Berufswunsch Schlüsselnotdienst-Monteur

Veröffentlicht am 30. Januar 2020 in Allgemein

Ein kleiner Moment der Unaufmerksamkeit genügt und schon ist es geschehen: Die Tür fällt ins Schloss und man steht ausgesperrt vor der eigenen Wohnung. In solchen Momenten ist man froh, wenn der Schlüsselnotdienst schnell eintrifft und einem Zutritt zu den eigenen vier Wänden verschaffen kann.

Früher war es der Beruf des Schlüssel- und Schlossmachers, dieser ist jedoch der Ausbildungsreform obsolet geworden. In der Branche gibt es heute kein einheitliches Berufsbild mehr. Da Schlüsseldienst an sich also kein Handwerk und somit kein eigenständiges Berufsbild ist, gibt es dementsprechend auch keine Ausbildung in diesem Bereich. Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, kann jedoch das nötige Wissen in Weiterbildungen oder Seminaren lernen und sich selbstständig machen. Die Perspektiven in diesem Beruf zu arbeiten sind gut, allerdings ist der Job nicht für jeden geeignet. Was sollte man in diesem Zusammenhang wissen?

Kein leichter Job

Der Beruf als Schlüsselnotdienst-Monteur ist nicht einfach. Insbesondere die Arbeitszeiten sind hier zu beachten, denn Türen und Schlösser müssen auch außerhalb gewöhnlicher Arbeitszeiten geöffnet werden, Schlüsselnotdienste werden nicht selten mitten in der Nacht oder an Feiertagen benötigt. Darüber hinaus ist handwerkliches Geschick unablässig für diesen Beruf, die Leistungen beschränken sich zumal nicht ausschließlich auf das Öffnen von Schlössern. Unter anderem sind auch Aspekte der Sicherheitstechnik sowie technisches Verständnis über Türmechanismen wichtige Punkte, die ein seriöser Schlüsseldienst kennen muss. Klassische Türschlösser sind mittlerweile nicht mehr die einzigen Schlösser die es zu öffnen gilt, zunehmend mehr Haushalte verwenden auch elektronische Türschlösser. In speziellen Seminaren lässt sich auch der Umgang mit diesen modernen Schließsystemen erlernen. Darüber hinaus sollte ein Schlüsselnotdienst in der Lage sein, seine Kunden umfassend in relevanten Bereichen zu beraten. Was also benötigt man, um selbstständig als Schlüsseldienst zu arbeiten?

Ist eine Ausbildung zwingen notwendig?

Wer einen Schlüsseldienst oder einen Schlüsselnotdienst eröffnen möchte, muss selbstverständlich über die Fähigkeiten verfügen, die es braucht um Schlösser ohne Beschädigungen zu öffnen. Diese Fertigkeiten können wie bereits erwähnt im Rahmen von Weiterbildungen oder Seminaren erworben werden, ein Nachweis über entsprechende Zertifikate ist aber nicht zwingend notwendig. Viele lernen dieses Handwerk auch in Eigenregie. Darüber hinaus benötigt man selbstverständlich Werkzeug, was je nach Ausstattung einige Investitionskosten verursacht. Doch nicht jeder kann überhaupt ein Gewerbe als Schlüsseldienst anmelden. Da die Fähigkeit Schlösser zu öffnen zudem auch missbraucht werden kann, ist das Gewerbe Schlüsseldienst „überwachungsbedürftig“. Das bedeutet, man muss nachweisen, dass man vertrauenswürdig ist. Hierzu wird zunächst einmal ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt. Ohne weiße Weste hat man keine Chance ein Schlüsseldienst-Gewerbe zu eröffnen. Zugelassene Schlüsseldienste werden also überwacht, um Missbrauch vorzubeugen. Wer also etwa beim Schlüsseldienst 123 anruft, kann sicher sein, dass es sich auch um ein seriöses Unternehmen handelt. Zu guter Letzt ist noch ein sogenannter Gewerbezentralregisterauszug notwendig, den man vorlegen muss, wenn man das Gewerbe anmelden möchte.

Rein theoretisch kann jeder mit einem makellosen polizeilichen Führungszeugnis ein Gewerbe als Schlüsselnotdienst anmelden und sich selbstständig machen. Die fehlende Zulassungspflicht in diesem Beruf ist Fluch und Segen zugleich. Zum einen wird es handwerklich Geschickten einfach gemacht, in einem gefragten Gewerbe Fuß zu fassen, zum anderen sind die fachlichen Qualifikationen von Schlüsseldiensten sehr unterschiedlich. Nicht selten hat man von schwarzen Schafen aus der Branche hören können, regelmäßig werden entsprechende Dienste getestet. Wer also ein seriöses Geschäft starten möchte, der sollte von Anfang an mit fundiertem Wissen und können überzeugen können.

Was sollte man weiterhin bedenken?

Viele entscheiden sich aufgrund der vermeintlichen überdurchschnittlichen Bezahlung für den Einstieg in die Schlüsseldienstbranche. Angesichts von Beträgen über 100 Euro, für im besten Fall eine Minute Arbeit, könnte auch leicht der Eindruck entstehen. Was viele hierbei vergessen ist jedoch die Auftragslage, die bei jedem Selbstständigen für die laufenden Umsätze verantwortlich ist. Zum einen gibt es zahllose Mitbewerber, gegen die es sich zu behaupten gilt, zum anderen muss man im besten Fall auch 24 Stunden am Tag erreichbar sein, um keine wertvollen Aufträge zu verpassen. Planbar ist die Auftragslage als Schlüsseldienst also keinesfalls. Darüber hinaus ist die Arbeit eines Schlüsseldienstes meist nicht auf das reine Öffnen von Schlössern beschränkt – zu der vermeintlichen Minute die es braucht, um mit professionellem Gerät ein Schloss zu öffnen gehört die Abstimmung mit dem Kunden sowie die An und Abfahrt.

Wer über die Fähigkeiten verfügt, ein sauberes Führungszeugnis vorweisen kann und sich nicht scheut auch mal 24 Stunden erreichbar zu sein, für den ist der Beruf Schlüsselnotdienst durchaus lohnenswert. Der ganze Beruf steht und fällt mit der eigenen Professionalität und Seriosität, Mundpropaganda ist hier ein wichtiger Schlüssel zu neuen Kunden.

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