Fleischverarbeiter

Beruf Fleischverarbeiter

Stockfoto-ID: 183950456; branislavpudar

Ältere Berufsbezeichnung: “Fleischer”

Fleischverarbeiter / Fleischverarbeiterinnen zerlegen die geschlachteten Tiere, machen das Fleisch fertig für den Verkauf und stellen Fleisch- und Wurstwaren her. Je nach Betrieb nehmen die Fleischverarbeiter / Fleischverarbeiterinnen die Schlachtung der Tiere auch selbst vor. Sie arbeiten in Fleischerfachbetrieben oder in der fleischverarbeitenden Industrie, wo sie mit BerufskollegInnen tätig sind. Außerdem haben Fleischverarbeiter/ Fleischverarbeiterinnen Kontakt zu TierärztInnen, LagerarbeiterInnen und FleischuntersucherInnen.

Aufgaben als Fleischverarbeiter

  • Tiere schlachten (je nach Betrieb)
  • Zerlegung der Tierkörper
  • Beurteilung der Fleisch- und Fleischnebenprodukte für die Weiterverarbeitung
  • Fleisch für Verkauf und Weiterverarbeitung herrichten
  • Verarbeitung des Fleisches zu Wurst- und Fleischwaren
  • Haltbarmachung der Produkte
  • Fleisch kühlen, einfrieren, fachgerecht lagern
  • Fleisch- und Wurstwaren mit entsprechenden Materialien abfüllen und verpacken
  • Maschinen, Werkzeuge, Gerätschaften reinigen, warten, instandhalten
  • Beachtung der Hygienevorschriften und des Lebensmittelgesetzes

 

Voraussetzungen für den Lehrberuf Fleischverarbeiter

Du bist fingerfertig und in guter körperliche Verfassung, außerdem bist du unempfindlich gegenüber Gerüchen? Das Töten von Tieren und der Umgang mit toten Tierkörpern und Blut ist für dich kein Problem? Dann bringst du bereits wesentliche Voraussetzungen für diesen Lehrberuf mit. Du verfügst darüber hinaus über handwerkliches Geschick, technisches Verständnis und Konzentrationsfähigkeit. Zusätzlich besitzt du über gutes Augenmaß und eine gute Beobachtungsgabe. Ebenfalls notwendig für diesen Lehrberuf: Sicherheits- und Hygienebewusstsein sowie psychische Belastbarkeit. Wenn du auch besonnen und flexibel bist, eignest du dich für diesen Beruf. Natürlich sind Eigenschaften wie Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit als Fleischverarbeiter / Fleischverarbeiterin – wie in der Arbeitswelt generell – für eine erfolgreiche Berufsausübung günstig.

 

Berufsaussichten als Fleischverarbeiter

In diesem Beruf arbeitest du vor allem in Betrieben des Fleischergewerbes sowie in der fleischverarbeitenden Industrie und auf Schlachthöfen. Ein kleiner Teil der Fleischverarbeiter / Fleischverarbeiterinnen ist auch in Großküchen tätig. Die Jobaussichten für diesen traditionellen Beruf sind relativ günstig, obwohl Preisdruck und Konkurrenz durch Diskonter für viele Fleischereien spürbar sind. Zusätzlich Catering oder Imbiss anzubieten sowie die Betonung von Qualität und Regionalität wären Möglichkeiten für kleine und mittlere Fleischereien, um im Wettbewerb mit großen Betrieben bestehen zu können.

In Zeiten der vermehrt auftretenden Fleischskandale, der Berichterstattung über unzumutbare Zustände auf Schlachthöfen und des zunehmenden Gesundheitsbewusstseins der Bevölkerung ist es umso wichtiger, auf Hygienestandards zu achten und vor allem ein Bewusstsein für humanen Umgang mit Schlachttieren zu entwickeln. Unnötiges Leid soll sowohl in der Haltung der Tiere als auch in der Vorbereitung zur Schlachtung und während des Tötungsprozesses selbst vermieden werden. Unter den Lehrlingen sind Männer weitaus stärker vertreten als Frauen. Der weibliche Anteil der Auszubildenden beträgt weniger als 10 Prozent.

Neben vielen anderen Punkten ist das Gehalt während und nach der Lehrzeit ein wichtiger Faktor bei der Berufswahl.
Dieses Thema ist aber sehr komplex. Anhand der folgenden Beispiele erklären wir dir gerne die Höhe deiner Lehrlingsentschädigung als Fleischverarbeiter / Fleischverarbeiterin in der Lehrzeit und nach deiner Ausbildung.

 

Gehalt als Fleischverarbeiter

Dein Gehalt als Lehrling nennt sich Lehrlingsentschädigung. Wie hoch dein Lehrlings-Gehalt ist, wird durch den Kollektivvertrag geregelt. Die Höhe deiner Lehrlingsentschädigung ist aber zusätzlich von folgenden Punkten abhängig:

  • In welchem Bundesland befindet sich dein Lehrbetrieb?
  • Welcher Branche ist er zugehörig?
  • Welcher Kollektivvertrag wird für deinen Lehrbetrieb angewandt?

Die kollektivvertraglichen Mindestsätze sehen wie folgt aus.

  • 1. Lehrjahr: 399 – 853 € (brutto)
  • 2. Lehrjahr: 498 – 1.095 € (brutto)
  • 3. Lehrjahr: 658 – 1.396 € (brutto)

Quelle: Gehaltskompass des AMS (http://www.gehaltskompass.at/)

Beispiel:
Als Fleischverarbeiter / Fleischverarbeiterin Lehrling verdienst du in einem Betrieb aus dem Fleischergewerbe in Österreich (mit Ausnahme von Vorarlberg und Kärnten) als Arbeiter / Arbeiterin im 1. Lehrjahr 713€,  im 2. Lehrjahr 910€,  im 3. Lehrjahr 1.212€.

Für Lehrlinge mit Matura gelten Sonderregelungen.

 

Was verdiene ich als Fleischverarbeiter, wenn ich ausgelernt bin?

Nach abgeschlossener Lehre zum Fleischverarbeiter / zur Fleischverarbeiterin liegt das Einstiegsgehalt bei 1.690€ bis 1.890€ (brutto).

Wie auch bei der Lehrlingsentschädigung gibt es nach der Lehrzeit Faktoren, die deinen Verdienst als Fleischverarbeiter / Fleischverarbeiterin beeinflussen, der wichtigste Faktor ist auch hier der Kollektivvertrag. Sofern dein Betrieb an einen Kollektivvertrag gebunden ist, regelt dieser die Beschäftigungsgruppen und dein Mindestgehalt. Jedem Unternehmen steht natürlich frei, einem ausgelernten Fleischverarbeiter / einer ausgelernten Fleischverarbeiterin gemäß der Qualifikation auch mehr zu bezahlen.

 

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Fleischverarbeiter?

Fleischverarbeiter / Fleischverarbeiterinnen können zu MeisterInnen und FilialleiterInnen aufsteigen, in der fleischverarbeitenden Industrie auch zu VorarbeiterInnen, Abteilungs- und BetriebsleiterInnen. Generell sind die Aufstiegsmöglichkeiten vom jeweiligen Betrieb abhängig. Auch in diesem Beruf ist die Bereitschaft zur Weiterbildung  und die Offenheit für Neuerungen für eine erfolgreiche Berufsausübung vorteilhaft.

Selbstständig kannst du diesen Beruf als GewerbeinhaberIn, GeschäftsführerIn oder PächterIn im Handwerk “Fleischer” ausüben. Voraussetzung dafür ist die Erbringung eines Befähigungsnachweises. Außerdem kannst du im freien Gewerbe “Erzeugung von Lebensmitteln mit Ausnahme der reglementierten Nahrungsmittelerzeugung” und im Handelsgewerbe selbstständig arbeiten. Für ein freies Gewerbe ist kein Befähigungsnachweis notwendig.

ff

Offene Lehrstellen

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