Tipps für rücksichtsvolles Dampfen während der Pausen im Ausbildungsbetrieb

Der Start in eine Lehre ist ein prägender Schritt im Leben. Neben den vielen neuen fachlichen Aufgaben geht es vor allem darum, sich in ein bestehendes Team einzugliedern und das soziale Miteinander im Arbeitsalltag zu meistern. Ein wiederkehrendes Thema während der Arbeitspausen ist der Umgang mit Vapes. Bevor wir auf die Details eingehen, muss eine zentrale gesetzliche Grundlage für Österreich klar benannt werden: Das Jugendschutzgesetz verbietet den Erwerb, den Besitz und den Konsum von elektrischen Zigaretten vor dem vollendeten 18. Lebensjahr ausnahmslos. Dies gilt für sämtliche Produkte auf dem Markt, unabhängig davon, ob sie Nikotin enthalten oder komplett nikotinfrei sind. Dieser Artikel richtet sich daher ausschliesslich an Lehrlinge, die bereits volljährig sind – beispielsweise weil sie ihre Ausbildung nach der Matura, über den zweiten Bildungsweg oder einfach später begonnen haben. Wer über 18 Jahre alt ist und seine Pausen zum Dampfen nutzt, trägt eine besondere Verantwortung. Ein umsichtiges Verhalten beugt Konflikten vor und zeigt den Vorgesetzten, dass du als junger Erwachsener rücksichtsvoll handelst.
Rechtliche Grundlagen und die Vorgaben des Ausbildungsbetriebs
In Österreich fallen Vapes unter das Tabak- und Nichtraucherinnen- bzw. Nichtraucherschutzgesetz. Wer volljährig ist und sich für den Arbeitstag eine E-Zigarette einpackt, muss wissen, dass in der Öffentlichkeit und am Arbeitsplatz die exakt gleichen Einschränkungen gelten wie für herkömmliche Zigaretten. An jedem Ort, an dem ein allgemeines Rauchverbot herrscht, ist auch das Dampfen strikt untersagt. Das Gesetz schützt alle anwesenden Personen vor den Emissionen. Zusätzlich zu den bundesweiten Gesetzen greift immer das Hausrecht des Arbeitgebers. Jeder Betrieb darf eigene, deutlich strengere Betriebsvereinbarungen definieren. Sehr oft ist das Dampfen auf dem gesamten Firmengelände untersagt oder auf wenige, klar markierte Zonen beschränkt. Als Lehrling bist du in der Pflicht, dich direkt an den ersten Arbeitstagen selbstständig über diese internen Regeln zu informieren. Ein kurzes Gespräch mit dem Ausbilder oder ein Blick in die offizielle Hausordnung bringt sofortige Klarheit.
Rücksichtnahme auf Kollegen und die Vermeidung von Geruchsbelästigung
Auch wenn du dich während der Pause in einer offiziell erlaubten Raucherzone aufhältst, ist stetige Aufmerksamkeit gefragt. Der produzierte Dampf kann je nach verwendetem E-Liquid sehr intensiv riechen. Was für dich angenehm nach Früchten, Beeren oder Minze duftet, empfinden andere Personen unter Umständen als störend. Achte deshalb vor jedem Zug auf die Windrichtung. Blase den Dampf niemals direkt in die Richtung deiner Kollegen oder anderer Mitmenschen. Besondere Vorsicht ist in überdachten Bereichen oder Innenhöfen geboten. Dort findet weniger Luftzirkulation statt, wodurch sich der sichtbare Nebel oft länger hält. Halte immer einen respektvollen Abstand zu Personen, die gerade in Ruhe ihr Pausenbrot essen oder einfach nur frische Luft atmen möchten. Ein kurzer Wechsel des Standorts ist ein einfaches Zeichen von Höflichkeit, das ein angenehmes Miteinander sichert.
Sauberer Umgang mit der Ausrüstung und fachgerechte Entsorgung
Zur Rücksichtnahme im Ausbildungsbetrieb gehört ebenso der allgemeine Umgang mit deinem Gerät. Wenn du während der Schicht den Tank mit neuem Liquid auffüllen oder den Verdampferkopf austauschen musst, erledige dies diskret, zügig und sauber. Beim Hantieren mit den Flaschen können schnell ein paar Tropfen danebengehen. Klebrige Rückstände auf dem Pausentisch, auf Stühlen oder an der Werkbank sind unhygienisch und verärgern die Mitarbeiter. Nutze am besten eine abwischbare Unterlage und beseitige eventuelle Flecken sofort restlos. Ein weiterer, massgebend wichtiger Punkt ist die korrekte Mülltrennung. Wenn du eine Einweg-Vape benutzt, darf diese nach dem Gebrauch niemals im normalen Restmüll oder im Papierkorb des Pausenraums landen. Diese Geräte enthalten elektronische Bauteile und fest verbaute Akkus. Nimm leere Geräte nach der Arbeit mit nach Hause und gib sie bei einer offiziellen Sammelstelle für Elektroschrott ab. Durch eine fachgerechte Trennung beweist du ein hohes Mass an Verantwortungsbewusstsein.
Offene Kommunikation für ein harmonisches Arbeitsklima
In einem Unternehmen arbeiten viele unterschiedliche Charaktere auf engem Raum zusammen. Es kommt vor, dass Kollegen das Dampfen als störend wahrnehmen, selbst wenn du dich penibel an alle Vorgaben hältst. In solchen Momenten hilft eine offene und ehrliche Kommunikation. Falls dich jemand auf den Geruch anspricht, reagiere ruhig und auf keinen Fall abweisend. Zeige Verständnis für die Perspektive der anderen Person und biete von dir aus an, dich etwas weiter wegzustellen oder die Pause an einem anderen Ort zu verbringen. Solche Situationen lassen sich durch ein freundliches Entgegenkommen meist direkt und konfliktfrei klären. Dein Auftreten in den Arbeitspausen hat einen starken Einfluss auf deinen allgemeinen Ruf im Unternehmen. Vorgesetzte registrieren sehr genau, wie sich Lehrlinge in das Team einfügen. Wer getroffene Vereinbarungen einhält und auf sein Umfeld achtet, zeigt persönliche Reife.
Zeitmanagement und das konsequente Einhalten der Pausenzeiten
Ein oft unterschätzter Punkt im Arbeitsalltag ist das strikte Einhalten der Pausenzeiten. Die ausgewiesenen Zonen für das Dampfen befinden sich sehr oft am Rand des Firmengeländes oder sogar komplett ausserhalb der Gebäude. Du musst die Gehwege dorthin zwingend in deine persönliche Pausenplanung einberechnen. Die Zeit für die Pause verlängert sich nicht, nur weil du noch eine elektrische Zigarette nutzen möchtest. Plane deinen Ablauf so, dass du die Pause geniessen kannst und dennoch pünktlich wieder an deinem Arbeitsplatz stehst. Wenn ein Lehrling regelmässig zu spät aus der Pause zurückkehrt, hinterlässt das einen schlechten Eindruck. Es ist zudem unfair gegenüber den anderen Mitarbeitern, die in der Zwischenzeit womöglich deine Aufgaben übernehmen müssen oder auf deine Zuarbeit warten. Ständige Unpünktlichkeit werten Vorgesetzte als mangelndes Engagement für die Ausbildung. Eine gute Selbstorganisation sichert dir deine entspannte Pause, ohne die betrieblichen Abläufe zu stören.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Darf der Arbeitgeber das Dampfen auf dem gesamten Betriebsgelände verbieten?
Ja, das ist jederzeit möglich und rechtlich abgedeckt. Das Hausrecht erlaubt es dem Arbeitgeber, das Dampfen sowie das Rauchen auf dem kompletten Firmenareal zu untersagen. Solche Vorgaben sind in der Hausordnung oder in speziellen Betriebsvereinbarungen verankert. Ein solches generelles Verbot ist für alle Mitarbeiter und Lehrlinge bindend und muss zwingend befolgt werden.
Kann ich als volljähriger Lehrling heimlich am Schreibtisch oder in der Umkleide dampfen?
Davon ist dringend abzuraten, da dies arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zur Abmahnung nach sich ziehen kann. Auch wenn der Dampf einer Vape optisch schnell verfliegt, bleibt der Geruch des verwendeten E-Liquids im Raum stehen und wird von Kollegen zweifellos bemerkt. Zudem verfügen moderne Firmengebäude über sensible Rauchmelder, die auf den dichten Dampf reagieren und teure Fehlalarme auslösen können.
Ist das Dampfen im Firmenwagen des Ausbildungsbetriebs gestattet?
In den allermeisten Betrieben ist das Dampfen in den Firmenfahrzeugen strikt verboten. Der Arbeitgeber möchte den Wert des Fahrzeugs erhalten und sicherstellen, dass nachfolgende Fahrer nicht durch hartnäckige Gerüche belästigt werden. Zudem kann dichter Dampf die Sicht im Auto einschränken und ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko im Strassenverkehr darstellen. Kläre dies im Vorfeld immer schriftlich oder mündlich mit dem Fuhrparkverantwortlichen ab.








