Der Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit

Veröffentlicht am 12. Februar 2015 in Allgemein

Es ist ein Thema, das jeder kennt und dennoch gerne verschwiegen wird: Die Jugendarbeitslosigkeit. Kaum etwas ist so zermürbend, ungerecht und demotivierend, wie jungen Menschen keine Arbeit zu geben und ihnen somit die Zukunft zu nehmen.

2013 lag die Arbeitslosenrate der Jugendlichen in Österreich bei rund 9,2%. Es ist bei weitem kein Wert, auf den wir stolz sein können, jedoch stellt die Alpenrepublik nach Deutschland europaweit mit dieser Quote die zweitniedrigste dar.

Spricht man von der Jugendarbeitslosenquote europaweit, sehen die Dinge weit schlechter aus. Der Schnitt der EU 28 für 2013 liegt bei 23,4%, wobei 19 Staaten eine Nichtbeschäftigungsquote der Jungen von über 20%(!) aufweisen. Die Nichtbeschäftigung von Jugendlichen wirkt sich besonders negativ auf das Wirtschaftswachstum von morgen aus.

Doch genug der erschreckenden Zahlen: im Jahr 2014 wurden von der Bundesregierung ganze 760 Mio. Euro aufgewendet, um die Jugendbeschäftigung in Österreich voranzutreiben. Von dieser Summe wurden 51 Mio. Euro für die Maßnahmen des Sozialministeriumsservice bereitgestellt, 169 Mio. Euro fanden Verwendung in der betrieblichen Lehrstellenförderung und 540 Mio. Euro gingen an die Beihilfen und Förderungen des AMS.

 

Ausbildungspflicht bis 18

Die Regierung hat sich mit dem Ausbildungsjahr 2016/17 zum Ziel gesetzt, allen Jugendlichen bis 18 eine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung zu ermöglichen. Man möchte somit ein höheres Bildungsniveau österreichweit erreichen und die jugendliche Hilfsarbeit reduzieren. Weiters wird eine Verwaltungsstrafe eingeführt, mit der all jene zu rechnen haben, die sich der Ausbildung entziehen.

Das AMS bietet allen Pflichtschülern eine frühzeitige und umfassende Bildungs- und Berufsberatung an (link zu Infotexten). Die Berufsinformationszentren, kurz BIZ, mit 67 Standorten österreichweit unterstützen die Jugend mit Informationen und beantworten alle Fragen zum Thema berufliche Möglichkeiten, Aus- und Weiterbildung. Der Besuch eines BIZ ist seit 2009 für alle Schüler der 7. oder 8. Schulstufe im Rahmen des Unterrichts verpflichtend.

 

Fit für eine Ausbildung

Auf grundlegende Qualifikation und Social Skills (Soziale Kompetenz) wird heutzutage in jedem Betrieb Wert gelegt. Diese Eigenschaften fehlen einigen frühen Schulabgängern, denn viele haben mit schweren persönlichen Problemen zu kämpfen. Deshalb wurde 2014 ein Programm mit dem Namen „AusbildungsFit“ ins Leben gerufen, das zunächst 700 Jugendliche mit niederschwelligen, betreuten und individuellen Angeboten zum höchstmöglichen Bildungsabschluss verhilft. Aufgrund der hohen Akzeptanz wird das Projekt in den kommenden Jahren österreichweit gefördert und ausgebaut.

Jugendcoaching ist ein Programm, das die Jugendlichen im letzten Pflichtschuljahr unterstützt, den Übergang vom Schul- ins Arbeitsleben zu meistern. Außerdem zielt es darauf ab, die Schulabbrecher-Quote zu senken. Im Jahr 2013 wurden 27.546 Schüler mit diesem Projekt mit durchwegs positivem Feedback begleitet. Nur 4% der Teenager brachen das Jugendcoaching ab.

 

Ausbildungsgarantie

Rund 40% der heutigen Jugend entscheidet sich für eine duale Lehrausbildung (link zu Infotexten), mit der die reifenden Erwachsenen neben einer fundierten schulischen Ausbildung auch praktische Arbeitserfahrung sammeln. Durch die betriebliche Lehrstellenförderung werden die Lehrlinge unter anderem mit Zusatzausbildungen und kostenlosen Vorbereitungskursen für die Lehrabschlussprüfung gestärkt.

Jedem Teenager aber, der an keine Lehrstellen vermittelt werden kann, wird aufgrund der österreichischen Ausbildungsgarantie ein Platz in einer überbetrieblichen Ausbildungsstätte (ÜBA) angeboten. Denn eine gute Ausbildung ist das Tor zu einer erfolgreichen Integration in die Arbeitswelt.

Jugendliche, die in die Langzeitarbeitslosigkeit abrutschen, d.h. in eine Arbeitslosigkeit von mehr als 6 Monaten, werden mit der „Aktion Zukunft Jugend“ aufgefangen. Sie erhalten dabei vom AMS eine spezielle Förderung, um für den Arbeitsmarkt wieder attraktiv zu werden, und die ihnen bei der Erst- oder Wiederbeschäftigung hilft.

Der Erfolg spricht für sich: 2013 konnten 54.000 Jugendliche beim AMS eine Schulung beginnen, 96.000 wieder einer Beschäftigung nachgehen und somit die Jugendarbeitslosigkeit in Österreich auf dieses niedrige Niveau gebracht werden.

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