Matura was nun? Studieren, arbeiten oder doch eine Lehre??

Veröffentlicht am 1. August 2015 in Jobs, Lehrstelle

In den letzten Jahren gehen nach einer Matura immer mehr Jugendliche einen alternativen Bildungsweg: Sie beginnen eine Lehre! Dadurch verschaffen sich die Jugendlichen neben der abgeschlossenen Schulausbildung noch ein zweites Standbein: Einen Lehrberuf.

Da die Zahl der Maturanten jedes Jahr steigt, die Studienplatzbeschränkungen an vielen Unis schwer zu überwinden sind und ein Hochschulstudium für manche nicht das richtige ist, entscheiden sich einige Maturanten für eine Lehre nach der Matura. In Deutschland haben bereits ein Viertel der Lehrlinge Abitur. Österreich hinkt da leider noch etwas hinterher.

 

Kürzere Lehrzeit

Ein Anreiz für die Lehre nach der Matura ist die Möglichkeit einer verkürzten Lehrzeit. Absolventen von AHS , BHS, Fach- oder Handelsschule oder einer anderen Lehrabschlussprüfung werden in einer um ein Jahr verkürzten, komprimierten Lehrzeit ausgebildet. D.h. die Maturanten steigen bereits im 2. Lehrjahr ein.

Schwierigkeiten für die ehemaligen Schüler könnten sich durch das neue soziale Umfeld ergeben, weil sie älter sind als ihre Kollegen und sich dennoch in der Ausbildungshierarchie unterordnen müssen. Deshalb sollte diese Ausbildungsvariante sorgfältig überlegt und die Vor- und Nachteile realisiert werden.

 

Vor- und Nachteile abwägen

Auch wenn die Maturanten bereits über 18 Jahre alt sind, erhalten Sie nur die vom Kollektivvertrag geregelte Lehrlingsentschädigung. Somit muss die Unabhängigkeit vom Elternhaus und ein längerer Urlaub als 5 Wochen noch warten, bis die Lehre abgeschlossen ist. Andererseits suchen einige Lehrbetriebe gerade Maturanten als qualifizierte Mitarbeiter. Die Lehrlinge können nach Absprache mit dem Lehrbetrieb auch Lehrmodule im Ausland besuchen oder bzgl. einer höheren Lehrlingsentschädigung verhandeln.

Wie bereits erwähnt, können die ehemaligen Maturanten bereits nach 2 (in manchen Lehrberufen 3) Lehrjahren eine fundierte Berufsausbildung und die schulische Kompetenz auf Maturaniveau vorweisen. Zum Unterschied zu einem Hochschulstudium steht das theoretische Lernen nicht im Vordergrund und es geht direkt in die Praxis.

 

Rechtzeitig informieren

Wichtig ist, sich bereits im letzten Schuljahr über die Richtung des Lehrberufes in Klaren zu werden und möglicherweise auch Schnuppertage (link) in Anspruch zu nehmen. So können die angehenden Lehrlinge die Atmosphäre im Lehrbetrieb kennenlernen und sich zeitgerecht für eine Lehrstelle bewerben bzw. entscheiden.

Gründe für die Wahl einer Lehrausbildung nach der Matura sind der Wunsch den elterlichen Betrieb zu übernehmen, sich in Zukunft selbstständig zu machen oder auch um handwerklich tätig und kreativ zu sein. Besonders beliebte Maturanten-Lehrberufe sind Bürokaufmann, Reisebüroassistent, Koch, medizinisch-pharmazeitsicher Assistent und Buch- und Medienwirtschafter.

Die Entscheidung, wie es nach der Matura weitergehen wird, ist nicht einfach, sollte aber aus einer Mischung von Bauchgefühl und Arbeitsmarktsituation getroffen werden. Für die Maturanten, die unternehmerischen Geist in sich spüren und gerne handwerklich tätig sind, stellt die Lehre nach der Matura sicherlich eine gute Basis dar. Und nach Abschluss einer Lehre besteht immer noch die Möglichkeit doch noch zu studieren.

 

Ausbildungen, die eine verkürzte Lehrzeit ermöglichen:

  • abgeschlossene allgemeinbildende höhere Schule (AHS)
  • abgeschlossene berufsbildende höhere Schule (BHS)
  • abgeschlossene berufsbildende mittlere Schule (BMS)
  • andere, bereits mit Lehrabschlussprüfung abgeschlossene Lehre

 

Entscheidungshilfen:

  • www.maturawasnun.at bietet neben Onlinehilfe auch Beratungsgespräche
  • www.schulpsychologie.at hilft mit Beratung
  • Wer sich noch nicht entscheiden will, kann auch ein Freiwilliges Soziales Jahr (www.fsj.at) oder ein Umweltjahr (www.jugendumwelt.at) in Erwägung ziehen.
  • Für Unentschlossene eignet sich ein Berufsorientierungstest (link).

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