Vielfältiges Angebot an betrieblichen und überbetrieblichen Ausbildungsmöglichkeiten in Oberösterreich

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Veröffentlicht am 14. Oktober 2020 in Allgemein, Arbeitsplatz

Entscheidungen bestimmen unser Leben. Das beginnt schon im zarten Jugendalter, wenn jene Entscheidung im Raum steht, ob nach der Pflichtschule ein Lehrberuf erlernt werden soll oder ob man die Schullaufbahn fortsetzen möchte. Diese Entscheidung ist oftmals nicht nur das Ergebnis eigener Überlegungen, sondern auch das familiäre Umfeld und der Freundeskreis spielen hier eine essentielle Rolle.

 

Unabhängig davon, wie sich Jugendliche im Einzelfall entscheiden, unterscheiden sich die beiden Möglichkeiten deutlich voneinander. Einen Lehrberuf zu erlernen, heißt, meist auch früher als andere Altersgenossen das erste eigene Geld zu verdienen, die ersten größeren Anschaffungen durchzuführen und damit wohl auch einen Schritt eher „unabhängiger“ zu sein. Die Lehre genießt in Österreich generell einen hohen Stellenwert, was auch dem sogenannten „Dualen System“ zu verdanken ist. Dieses steht für die Kombination aus einer praxisorientierten Ausbildung mit fachtheoretischem Wissen und den damit verbundenen, wichtigen Schlüsselkompetenzen. 80 Prozent der Lehrzeit ist der Ausbildung im Betrieb gewidmet, die restlichen 20 Prozent entfallen auf den Unterricht in der Berufsschule. Der überwiegende Teil der Lehrlingsausbildung erfolgt somit praxisorientiert im Betrieb, parallel dazu findet an ein bis zwei Tagen pro Woche oder geblockt über mehrere Wochen hinweg ein fachtheoretischer Unterricht in der Berufsschule statt. Eine Lehre dauert in Österreich entsprechend dem gewählten Lehrberuf zwei, zweieinhalb, drei, dreieinhalb oder vier Jahre und schließt mit der Lehrabschlussprüfung ab. Nach erfolgreich abgelegter Prüfung stehen den Absolventen beruflich alle Wege offen: eine Arbeit als Fachkraft, der Weg zur Meisterprüfung oder sogar Studien an Universitäten oder Fachhochschulen.

 

Oberösterreich ist Spitzenreiter bei den Ausbildungsplätzen

Im Jahr 2019 hatten laut der von der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) erhobenen Lehrlingsstatistik 109.111 Personen in Österreich einen Ausbildungsplatz. Im Vergleich zu 2018 bedeutet dies ein Plus von 1.196 Ausbildungsplätzen bzw. 1,1 Prozent. Die meisten Lehrlinge wurden 2019 im Bundesland Oberösterreich ausgebildet – in absoluten Zahlen 23.294 Ausbildungsplätze oder 21,3 Prozent aller Ausbildungsplätze in Österreich. Gegenüber dem Jahr zuvor gab es im Land ob der Enns einen Zuwachs um 134 Ausbildungsplätze (plus 0,6 Prozent). Was die Wahl der Berufsausbildung betrifft, so zeigen sich die Lehrlinge in der Alpenrepublik nach wie vor traditionell: Die Top-3-Lehrberufe bei den Mädchen (bei insgesamt 35.757 Ausbildungsplätzen) waren 2019 an der Spitze der Einzelhandel mit 7.949 Ausbildungsplätzen, gefolgt von Bürokauffrau mit 3.761 Ausbildungsplätzen und Friseurin/Stylistin mit 3.036 Ausbildungsplätzen. Bei den Burschen (bei insgesamt 73.536 Ausbildungsplätzen) dominierten die Ausbildungen in Metalltechnik mit 9.812 angetretenen Lehrstellen, gefolgt von Elektrotechnik mit 8.801 Ausbildungsplätzen und Kraftfahrzeugtechnik mit 7.339 Ausbildungsplätzen.

 

Viele renommierte oberösterreichische Unternehmen bilden Lehrlinge aus

Die hohe Anzahl an Jugendlichen, die in Oberösterreich eine Lehre absolvieren, ist auch mit der Vielzahl an bekannten Betrieben aus Industrie und Handwerk zu begründen, denen der Nachwuchs ein besonderes Anliegen ist. Denn Arbeitsgeber wie die voestalpine in Linz, das BMW-Motorenwerk und Steyr und der Kfz-Zulieferer Miba in Laakirchen bilden seit vielen Jahren kontinuierlich Jugendliche aus – einerseits, um das Niveau der Lehrlinge in Österreich generell hoch zu halten und andererseits um Personal aus den eigenen Reihen zu generieren. Die voestalpine bildet an allen ihren Standorten in Österreich 840 junge Menschen aus – und das mit Erfolg, denn 96,5 Prozent der Burschen und Mädchen, die im Geschäftsjahr 2019/20 zur Lehrabschlussprüfung angetreten sind, konnten diese positiv ablegen. Trotz Corona-Krise will der österreichische Stahlkonzern weiterhin auf die Ausbildung der jungen Menschen setzen. Für den Herbst 2020 waren rund 300 Lehrlingseinstellungen geplant, 120 davon alleine am oberösterreichischen Standort Linz. Im BMW-Motorenwerk in Steyr werden aktuell über 100 Lehrlinge in unterschiedlichen Berufen ausgebildet. Auch beim Industrieunternehmen Miba können Jugendliche zur Zeit Ausbildungen in Prozesstechnik, Metalltechnik, Oberflächentechnik, Elektrotechnik und Mechatronik absolvieren. Neben diesen großen und bekannten Unternehmen bilden natürlich auch viele kleine und mittlere Betriebe Jahr für Jahr junge Menschen aus und sorgen so für die Fachkräfte von morgen.

 

Überbetriebliche Lehrausbildung nimmt zu

Und schließlich sollte auch nicht vergessen werden, dass viele Jugendliche im Rahmen einer überbetrieblichen Ausbildung Fachkenntnisse vermittelt bekommen. In Österreich wurden 2019 an insgesamt 109.111 Ausbildungsplätzen 8.213 Jugendliche gemäß Berufsausbildungsgesetz (BAG) § 8b ausgebildet. Gemeint sind damit „benachteiligte Personen mit persönlichen Vermittlungshindernissen in das Berufsleben“, von denen 6.625 Personen in verlängerten Lehrausbildungen und 1.588 in Teilqualifizierungen eine Ausbildung erhalten haben. Da es in Österreich eine erweiterte Ausbildungsgarantie bis 25 Jahre und eine Ausbildungspflicht bis 18 Jahre gibt, rücken auch überbetriebliche Lehrausbildungen zunehmend in den Fokus. Eine wichtige Rolle kommt hier den Berufsförderungsinstituten (BFI) zu, die beispielsweise im Jahr 2016 immerhin 53 Prozent aller überbetrieblichen Ausbildungsplätze in Österreich gestellt haben. In diesem Jahr hat das BFI in Oberösterreich etwa 969 Lehrlinge ausgebildet, das waren exakt 20 Prozent aller Jugendlichen, die sich damals in ganz Österreich in überbetrieblicher Ausbildung befunden haben. 2016 konnten an den Berufsförderungsinstituten in Oberösterreich 42 Lehrberufe erlernt werden.

 

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