Die Bedeutung des Industriemeisters im Nachbarland Deutschland

Veröffentlicht am 29. Mai 2020 in Allgemein

Die Bedeutung des Industriemeisters im Nachbarland Deutschland

Ob nun hier in Österreich oder auch im Nachbarland Deutschland, man möchte doch generell so viel im Leben erreichen, wie es für einen möglich ist. Schließlich hat man Wünsche und Hoffnungen, die man sich gerne erfüllen möchte, um glücklich und zufrieden leben zu können. In diesem Zusammenhang ist es oft auch von großer Bedeutung, beruflich so weit wie möglich zu kommen. Viele Menschen würden sich gerne als Führungskraft sehen. Doch stellt sich die Frage, ob man dies auch ohne ein Studium erreichen kann.

Es lässt sich festhalten, dass es in der BRD durchaus möglich ist. Hier sollen jedes Jahr um die 13.000 Menschen die Prüfungen zum „Industriemeister“ ablegen. Dazu muss man wissen, dass dieser Titel gleichwertig mit einem Bachelor-Abschluss ist. Der Titel des Industriemeisters ist in Deutschland eine der höchsten Qualifikationen, die man im gewerblich-technischen Bereich ohne einen Hochschulabschluss erreichen kann. Das hört sich sicherlich sehr verlockend an, doch muss man für diese Art der Weiterbildung mehr als nur Lust auf eine neue Herausforderung haben.

Was sind die Aufgabenbereiche eines Industriemeisters?

Dazu kann man sagen, dass Industriemeister als Führungskräfte im unteren bis mittleren Management arbeiten. Ihre Aufgabe dort ist die produktionsnahe Organisation und Verwaltung. So können sie beispielsweise Abläufe bei der Produktion abstimmen. Man kann sie auch als Mittler zwischen der Betriebsleitung und den Beschäftigten bezeichnen. Zudem sind sie für die Koordination der Mitarbeiter zuständig und kümmern sich auch um deren Weiterbildung. Ebenso ist es möglich, dass Industriemeister als Ausbilder arbeiten.

Man kann den Abschluss in über vierzig unterschiedlichen Fachrichtungen machen. Das kann dann zum Beispiel die Bereiche Elektrotechnik, Chemie, Metall, Lack, Pharmazie, Informatik, Mechatronik, Papier oder Kunststoff betreffen. Am weitesten verbreitet soll in Deutschland die Fachrichtung Metall sein.

Wo ist die Ausbildung zum Industriemeister möglich?

In Deutschland gibt es dafür die Meisterschulen. Das kann zum Beispiel auch eine Industriemeisterschule mit Fern- und Präsenzunterricht wie etwa die IFF Meisterschule in Köln und Düsseldorf sein. Hier soll es praxisnahe Industriemeister-Lehrgänge geben, die helfen sollen, die Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt zu steigern. Um den Titel des Industriemeisters erhalten zu können, muss man eine Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer ablegen. Diese Meisterprüfung ist bundesweit in Deutschland einheitlich geregelt. Diese Prüfung besteht aus mehreren Teilen. Man kann sich – wie schon erwähnt – bei vielen unterschiedlichen Anbietern in Kursen in Voll- oder Teilzeit oder auch bei Samstags-/Fernlehrgängen vorbereiten lassen. Je nachdem für welche Variante man sich entscheidet, dauern diese Vorbereitungskurse zwischen sechs Monate und vier Jahre. Man sollte wissen, dass die Durchfallquote von Prüflingen – die die Prüfung ohne Lehrgang versuchen – sehr hoch sein soll.

Wer kann alles ein Industriemeister werden?

Als Voraussetzungen für die Teilnahme an den Prüfungen zum Industriemeister sind eine abgeschlossene Berufsausbildung und Berufserfahrung zu nennen. Falls man jetzt großes Interesse an so einer Weiterbildung hat, sollte man sich zuerst gut überlegen, ob man die Eigenschaften wirklich mitbringt, die man als Industriemeister im Alltag brauchen wird. Wichtige Eigenschaften sind zum Beispiel Organisationstalent sowie Kommunikationsfähigkeit und die Bereitschaft und das Können, Verantwortung zu übernehmen.

Industriemeister Metall

Für die IHK-Prüfung zu einem Industriemeister Metall sollte man über eine konkrete Berufserfahrung im Bereich Metallbe- und -verarbeitung verfügen. Die Prüfung zum Industriemeister ist in zwei Teilbereiche aufgeteilt, die unterschiedliche Anforderungen stellen werden.

 

Der Prüfungsteil 1 (Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikation)

Die Voraussetzungen:

  • Entweder eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf der Metallbranche sowie mindestens ein Jahr Berufspraxis oder
  • Eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anderen Ausbildungsberuf und dann aber mindestens 3 Jahre Berufspraxis oder
  • Mindestens 6 Jahre Berufspraxis.

Der Prüfungsteil 2 (Handlungsspezifische Qualifikationen)

Voraussetzungen:

  • Die erste Vorrausetzung ist, dass der Abschluss des ersten Prüfungsteils innerhalb der letzten 5 Jahre stattgefunden hat.
  • Dann benötigt man ein weiteres Jahr Berufspraxis, wenn man eine abgeschlossene Berufsausbildung hat.
  • Wen man keine abgeschlossene Berufsausbildung hat; benötigt man 2 weitere Jahre Berufspraxis
  • Dann werden noch die berufs- und arbeitspädagogischen Qualifikationen nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) benötigt.

Man kann auch dann zu den Prüfungen zugelassen werden, wenn man über die nötigen Qualifikationen verfügt, die man auf einen anderen glaubhaften Weg erlangt hat. Dazu kann man sich weiterführend in der sogenannten Prüfungsverordnung informieren.

Was kann diese Weiterbildung einen kosten?

In Deutschland muss man mit Kosten von ca. 3.000 bis 6.000 Euro rechnen. Es ist aber möglich, dass man diese Ausgaben nicht allein tragen muss, denn es gibt dazu Möglichkeiten der Förderung. In Deutschland handelt es sich zum Beispiel um das Aufstiegs-Bafög, dass man früher auch Meister-Bafög genannt hat.

Wer sich nun fragt, ob sich der Aufwand und das Geld lohnt, dem kann man sagen, dass laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags rund 73 Prozent der Absolventen angegeben haben sollen, dass sich die Weiterbildung im Beruf vorteilhaft ausgewirkt hat. Und sogar knapp 80 Prozent würden sich wieder dafür entscheiden wollen.

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