Werkstofftechniker (mit MODULEN)

Beruf Werkstofftechniker (mit MODULEN)

Stockfoto-ID: 78397360; Christian Delbert

Die Ausbildung zum Werkstofftechniker / zur Werkstofftechnikerin besteht aus einem Grundmodul (Dauer: 2 Jahre) und dem Hauptmodul „Werkstoffprüfung“ (Dauer: 1 Jahr). Zur Spezialisierung der Ausbildung kann zusätzlich das Spezialmodul „Wärmebehandlung“ (Dauer: 0,5 Jahre) absolviert werden. Die Lehrzeit verlängert sich dadurch auf 3,5 Jahre.

Werkstofftechniker / Werkstofftechnikerinnen entnehmen Proben von Werkstoffen oder stellen diese selbst her, um Eigenschaften der Werkstoffe zu überprüfen (z.B. Dichte, Härte, Hitze- und Kältebeständigkeit). Sie verwenden dazu Messgeräte und Apparate, mit denen sie unterschiedliche Prüfverfahren durchführen. Die Qualität von Werkstoffen (z.B. Metalle) kann aufgrund solcher Tests verbessert werden. Werkstofftechniker / Werkstofftechnikerinnen mit Zusatzausbildung „Wärmebehandlung“ (Spezialmodul) planen auch die Bearbeitung von Werkstoffen durch Wärmebehandlungstechniken. Als Werkstofftechniker / Werkstofftechnikerin arbeitest du in Industriebetrieben verschiedener Branchen in Werkshallen und Labors mit anderen Fachkräften und SpezialistInnen zusammen.

Aufgaben als Werkstofftechniker (mit MODULEN)

  • Entwicklung, Planung und Organisation von Versuchsanordnungen für die Werkstoffprüfung
  • mechanische, chemische und physikalische Prüfungen durchführen
  • Zug-, Dehn-, Druck- und Zerrreißproben durchführen
  • metallografische Prüfverfahren durchführen (z.B. Röntgen)
  • Vor- und Nachbehandlungen ausführen
  • Testergebnisse protokollieren und auswerten
  • Maßnahmen der Qualitätssicherung treffen
  • Daten in Form von Tabellen, Diagrammen usw. darstellen
  • Präsentation der Ergebnisse
  • Vornehmen von Zertifizierungen (Ausstellung von Prüfungsbescheinigungen)
  • KundInnen in technischer, ökonomischer und ökologischer Hinsicht beraten

 

Voraussetzungen für den Lehrberuf Werkstofftechniker (mit MODULEN)

Du bist unempfindlich gegenüber chemischen Stoffen, hast eine gute Reaktionsfähigkeit und gutes Sehvermögen? Außerdem ist dein chemisches Verständnis ausgeprägt? Und handwerklich geschickt bist du ebenfalls? Dann bringst du bereits wichtige Voraussetzungen für den Lehrberuf Werkstofftechniker / Werkstofftechnikerin (mit Modulen) mit. Dein Arbeitsstil ist weiters problemlösungsorientiert, konzentriert und systematisch. Zu deinen Stärken zählt logisch-analytisches Denken, mathematisches Verständnis und Entscheidungsfähigkeit. Ebenfalls notwendig in diesem Beruf: Belastbarkeit, Sicherheits- und Umweltbewusstsein sowie Kommunikationsfähigkeit. Von Vorteil: Flexibilität und Kundenorientierung. Wenn du auch noch über Planungsfähigkeiten verfügst und Geduld hast, bist du auf jeden Fall als Werkstofftechniker geeignet.

Berufsaussichten als Werkstofftechniker (mit MODULEN)

Werkstofftechniker / Werkstofftechnikerinnen sind in Betrieben und Institutionen tätig, die mit der Werkstoffentwicklung, -herstellung und -verarbeitung zu tun haben. Das sind Großbetriebe der Stahl- und Metallindustrie, aber auch Unternehmen aus der Kunststoff-, Elektro- und Maschinenindustrie. Die Werkstofftechnik hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, weshalb die Berufsaussichten ausgeglichen sind. Es werden nur so viele Lehrlinge ausgebildet, wie auch tatsächlich benötigt werden. Am Arbeitsmarkt besteht starke Konkurrenz durch HTL-AbsolventInnen, die bei der Stellenvergabe im Bereich der Werkstofftechnik oft bevorzugt werden. Der Frauenanteil in diesem Beruf ist noch gering. Einschränkungen gibt es für Frauen in der Berufsausübung allerdings nicht.

  • Berufsbereich: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
    Maschinen, Kfz und Metall
  • Lehrdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsvorschriften:

    II 64/08

  • Prüfungsordnung:

    II 64/08

Neben vielen anderen Punkten ist das Gehalt während und nach der Lehrzeit ein wichtiger Faktor bei der Berufswahl.
Dieses Thema ist aber sehr komplex. Anhand der folgenden Beispiele erklären wir dir gerne die Höhe deiner Lehrlingsentschädigung als Werkstofftechniker / Werkstofftechnikerin (mit Modulen) in der Lehrzeit und nach deiner Ausbildung.

Gehalt als Werkstofftechniker (mit Modulen)

Dein Gehalt als Lehrling nennt sich Lehrlingsentschädigung. Wie hoch dein Lehrlings-Gehalt ist, wird durch den Kollektivvertrag geregelt. Die Höhe deiner Lehrlingsentschädigung ist aber zusätzlich von folgenden Punkten abhängig:

  • In welchem Bundesland befindet sich dein Lehrbetrieb?
  • Welcher Branche ist er zugehörig?
  • Welcher Kollektivvertrag wird für deinen Lehrbetrieb angewandt?

Die kollektivvertraglichen Mindestsätze sehen wie folgt aus.

  • 1. Lehrjahr: 399 – 853 € (brutto)
  • 2. Lehrjahr: 498 – 1.095 € (brutto)
  • 3. Lehrjahr: 658 – 1.396 € (brutto)

Quelle: Gehaltskompass des AMS (http://www.gehaltskompass.at/)

Beispiel:
Als Werkstofftechniker /-technikerin Lehrling verdienst du im Metall- und Elektrogewerbe als Arbeiter / Arbeiterin im 1. Lehrjahr 594€,  im 2. Lehrjahr 796€ im 3. Lehrjahr 1.072€ und im 4. Lehrjahr 1.440€ .

In der Metallindustrie erhältst du als Arbeiter/ Arbeiterin im 1. Lehrjahr 619€,  im 2. Lehrjahr 830€ im 3. Lehrjahr 1.124€ und im 4. Lehrjahr 1.520€ .

Für Lehrlinge mit Matura gelten Sonderregelungen.

Was verdiene ich als Werkstofftechniker (mit Modulen), wenn ich ausgelernt bin?

Nach abgeschlossener Lehre zum Werkstofftechniker / zur Werkstofftechnikerin (mit Modulen) liegt das Einstiegsgehalt bei 1.960€ bis 2.180€ (brutto).

Wie auch bei der Lehrlingsentschädigung gibt es nach der Lehrzeit Faktoren, die deinen Verdienst als Werkstofftechniker / Werkstofftechnikerin (mit Modulen) beeinflussen, der wichtigste Faktor ist auch hier der Kollektivvertrag. Sofern dein Betrieb an einen Kollektivvertrag gebunden ist, regelt dieser die Beschäftigungsgruppen und dein Mindestgehalt. Jedem Unternehmen steht natürlich frei, einem ausgelernten Werkstofftechniker /einer ausgelernten Werkstofftechnikerin (mit Modulen) gemäß der Qualifikation auch mehr zu bezahlen.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Werkstofftechniker (mit Modulen)?

Werkstofftechniker / Werkstofftechnikerinnen (mit Modulen) können zu VorarbeiterInnen, AbteilungsleiterInnen, KontrollorInnen und WerkmeisterInnen aufsteigen. Notwendig dafür ist normalerweise eine entsprechende Weiterbildung. Grundsätzlich sind die Aufstiegsmöglichkeiten aber vom jeweiligen Betrieb abhängig. Führungspositionen werden oft mit HTL-AbsolventInnen besetzt. Auch in diesem Beruf ist die Bereitschaft zur Weiterbildung und die Offenheit für Neuerungen für eine erfolgreiche Berufsausübung vorteilhaft.

Selbstständig kannst du diesen Beruf als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn im Handwerk “Mechatroniker für Maschinen- und Fertigungstechnik” oder “Metalltechnik für Metall- und Maschinenbau” ausüben, wenn du zuvor die Meisterprüfung ablegst. Außerdem kannst du als WerkstofftechnikerIn die Teilgewerbe “Anfertigung von Schlüsseln mittels Kopierfräsmaschinen”, “Nähmaschinentechnik”, “Fahrradtechnik” oder “Schleifen von Schneidwaren” ausüben. Voraussetzung dafür ist die Lehrabschlussprüfung.

In unserem Reiter “Bewerben” findest du neben der Vorlage für ein Bewerbungsschreiben als Werkstofftechniker / Werkstofftechnikerin (mit Modulen) auch Hinweise und Tipps, worauf du bei deiner schriftlichen Bewerbung für deinen Lehrberuf achten sollst.

In unseren Tipps und Infos erklären wir dir Schritt für Schritt, wie du eine Bewerbung erstellst.
Neben dem Bewerbungsschreiben gehören Lebenslauf, Zeugnisse und ein Foto zur Bewerbung.

Im Berufsbild “Werkstofftechniker / Werkstofftechnikerin (mit Modulen)” erhältst du wichtige Informationen über den Lehrberuf, welche du in deinem Bewerbungsschreiben einbauen kannst. Die Karriereseite des Lehrbetriebs liefert dir wichtige Informationen zum Unternehmen, achte darauf, dass du diese in das Bewerbungsschreiben einbaust, so zeigst du dem Personalverantwortlichen, dass du dich gut vorbereitet hast.

 

Bewerbungsschreiben Werkstofftechniker (mit MODULEN)

Hier siehst du ein Beispiel für die Bewerbung zum Werkstofftechniker / zur Werkstofftechnikerin (mit M0dulen).


Sehr geehrter Herr Mustermann,

mit großem Interesse habe ich mich über die von Ihnen auf Lehrlingsportal.at ausgeschriebene Lehrstelle zum Werkstofftechniker (mit Modulen) informiert und bewerbe mich nun um diesen Ausbildungsplatz.

Die tägliche Arbeit eines Werkstofftechnikers ist sowohl abwechslungsreich als auch verantwortungsvoll, weil man mit vielen unterschiedlichen Aufgabenbereichen konfrontiert ist und ein umfangreiches Wissen benötigt. In diesem Beruf ist es notwendig, systematisch zu arbeiten, genau zu sein und chemisches Verständnis mitzubringen. Interesse an Mathematik und Physik ist als Werkstofftechniker ebenfalls vorteilhaft. Ich bringe diese Voraussetzungen mit und würde meine Eigenschaften und Fähigkeiten als zukünftiger Werkstofftechniker gerne in Ihren Betrieb einfließen lassen. Planen, Entscheiden, genaues und systematisches Arbeiten liegt mir sehr. Ich versuche auch im Privatbereich, Ordnung ins Chaos zu bringen und diese Ordnung dann auch zu halten. Wenn ich bei Problemen helfend zur Seite stehen kann, mache ich das in meinem Freundeskreis gerne. Chemie, Mathematik und Physik waren schon immer meine Lieblingsfächer in der Schule, was ich durch die Teilnahme bei einigen Chemieolympiaden schon erfolgreich unter Beweis stellen konnte.

Im Moment bin ich Schüler der HAK Neunkirchen und werde diese im Sommer abschließen. Ich kann bereits auf ein Praktikum in einem Betrieb der Metallindustrie zurückblicken, das ich letztes Jahr im Sommer geleistet habe. Der Umgang mit unterschiedlichen Stoffen und vor allem der Einsatz der verschiedenen Prüfverfahren war sehr spannend für mich. Ich durfte auch unterstützend im Bereich der Metallographie dabei sein. Die Überprüfung auf Fehler mittels Röntgenstrahlen und Ultraschall hat mich dabei am meisten fasziniert. Meine Kollegen und Kolleginnen waren von  meiner Einsatzfreude und Begeisterungsfähigkeit während meines Praktikums angetan.

In meiner Freizeit bin ich leidenschaftlicher Carrerabahn-Fahrer und sammle seit meiner Kindheit die entsprechenden Fahrzeuge, die ich auch selbst repariere, lackiere und umbaue. Genaues Arbeiten und physikalisches Wissen ist somit auch in meiner Freizeit wichtig für mich. Gemeinsam mit meinen besten Freunden ist dieses Hobby ein entspannender Ausgleich zur Schule.

Ich möchte meine Lehre gerne in Ihrem Unternehmen absolvieren, weil Sie Ihren Lehrlingen neben einer spannenden Ausbildung auch die Möglichkeit der Teilnahme an einem vielfältigen Sportprogramm und die ÖBB-Jahreskarte für den Arbeitsweg bieten.

Gerne erzähle ich Ihnen persönlich mehr über mich und freue mich auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Meier


Wichtiger Hinweis:

Nutze die oben angeführte Mustervorlage als Anregung. Unternehmen erkennen sofort, wenn du deine Bewerbung nur kopiert oder eine Vorlage verwendet hast. Gehe in deinem Bewerbungsschreiben auf das Unternehmen und seine Tätigkeit ein, um dein Interesse zu zeigen.

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